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Warum Brustgeschirr
Es gibt sie in allen Farben, Formen und Variationen. Mit Sattel ohne Sattel, mit eingesticktem Namen oder Telefonnummer, gekreuzt oder auch ganz einfach nur zum überstülpen. Die Auswahl ist groß und manchmal auch gar nicht so einfach denn eins ist schöner als das andere.
Aber „Halt“…
das ist nicht der Grund warum wir darauf bestehen, dass der Hund bei uns ein Geschirr tragen muss!!!
Immer wieder bekommen wir die Erklärung:
Mein Hund geht meist ohne Leine, er zieht nicht, er gehorcht oder… brauch ich nicht! Aber nun mal ganz ehrlich, bleibt ihr Hund in allen Situationen bei ihnen und springt nicht in die Leine? Stellen sie sich bitte alle Situationen vor, Hundebegegnungen, Autos, Jogger, spielende Kinder, Wildsicht, Fährte, ein Bekannter kommt ihnen entgegen, den der Hund begrüßen will usw.
Wir kennen keinen Hund der wirklich in allen Situationen bei seinem Halter bleibt.
Brustgeschirr oder Halsband?
Geht man heutzutage in ein „Tierfachgeschäft“ und sagt: Mein Hund zieht so an der Leine“ bekommt man nicht selten ein Halsband empfohlen. In schlimmen Fällen sogar ein Stachel-oder Würgehalsband. „Damit lernt der Hund anständig an der Leine zu gehen“, sind die Aussagen der Verkäufer.
FALSCH!
Der Hund lernt im Prinzip nichts.
Es ist richtig, dass die Hunde wesentlich weniger stark an der Leine ziehen können, weil sie an einer ihrer empfindlichsten Stelle (der Hals) starke Schmerzen verspüren. Dennoch lernen sie nicht an lockerer Leine neben uns zu gehen.
Viele erwachsene Hunde werden auf chronischen Husten behandelt und oft wird nicht erkannt, dass eine starke Verletzung der Kehle aufgrund eines Halsbandes vorliegt.
Klinische Studien haben ergeben, dass die dadurch entstehenden Verspannungen in der Halswirbelsäule zu der gleichen Symptomatik wie beim Menschen führen: Kopfschmerz, Schwindelgefühl, Schmerzen in der Wirbelsäule oder ähnliches. ....
Dieses beständige Unwohlsein und die andauernden Schmerzen sind oft für aggressives Verhalten verantwortlich.
Dauerhafte Schäden an der Muskulatur im Halsbereich, den Halswirbeln und dem Kehlkopf sind durch diese Halsbänder vorprogrammiert. Es kann zu gestörter Sauerstoffzufuhr und Blutzirkulation kommen, es wird sogar vermutet, dass manche Sehstörungen bis hin zur Blindheit darin ihre Ursache haben.
Die körperlichen Schäden treten natürlich nicht sofort auf, sondern oft erst nach Jahren. Was man allerdings schon nach kurzer Zeit beobachten kann, ist das Verhalten des Hundes. Hunde die am Halsband geführt werden neigen schneller zu aggressivem Verhalten. Das kann zwei Gründe haben: Man weiß nicht genau wie Hunde Dinge miteinander verknüpfen. Es kann passieren, dass der Hund einen Artgenossen sieht und gleichzeitig den Ruck am Hals verspürt. Verknüpfung aus Hundesicht: “ Andere Hunde fügen mir Schmerzen am Hals zu“
Schon nach wenigen Begegnungen wird unser Hund (oft mit aggressivem Verhalten) versuchen die Artgenossen auf Abstand zu halten, um nicht wieder die Schmerzen an der Kehle zu spüren.
Durch Zug am Halsband verändern wir die Körpersprache unseres Hundes. Beispiel: Auf dem Spazierweg begegnet man einem fremden Hund, der eigene wird kurz gehalten und der Oppositionsreflex setzt ein, d.h. Zug erzeugt Gegenzug. Unser Hund hält dagegen und signalisiert seinem Artgenossen damit, dass er sich in Angriffsposition befindet.
(Körpersprache: Der Körperschwerpunkt ist nach vorne gerichtet, der Kopf wird hoch getragen, meistens sind Rute und Ohren auch nach vorne gerichtet)
Hunde sind echte Spezialisten im Körpersprache lesen, d.h. der entgegenkommende Hund wird wahrscheinlich nicht freundlich auf unseren (durch Halsband veränderten) Hund reagieren.
Dem kann man vorbeugen, indem der Hund von Anfang an ein Brustgeschirr trägt.
Der Hund ist ein Lauftier und es liegt nicht in seiner Natur brav bei Fuß zu GEHEN. Das muss lange und konsequent trainiert werden.
Alle Hunde die einen Job haben, tragen Brustgeschirr: Rettungshunde & Mantrailer (Menschensuchhunde), um gut riechen zu können
Behindertenbegleithunde, damit der Mensch den Hund besser anfassen kann
Schlittenhunde, um kräftig ziehen zu können
Flyballhunde, um sie anfangs gut festhalten zu können
Ihr würdet euch im Auto ja auch nicht am Hals anschnallen, oder?
Sogar für Kleinkinder gibt es Brustgeschirre, kein Mensch würde je auf die Idee kommen seinem Kind ein Halsband umzumachen.
Natürlich sollte auch ein Brustgeschirr gut sitzen und nicht einschneiden, falls ihr euch noch unschlüssig seid, welches Geschirr für euren Hund das Richtige ist, dann sprecht uns an.